Umbenannt in Energiegenossenschaft Wittgenstein: Mitglieder und Projekte in Bad Berleburg und Erndtebrück gesucht

Als „Energiegenossenschaft Wittgenstein eG“ stehen wir nun für interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Bad Berleburg und Erndtebrück offen, nachdem unser neuer Name in das Genossenschaftsreigster eingetragen worden ist. Bewohner aus Erndtebrück und Bad Berleburg laden wir herzlich zur finanziellen Beteiligung in der Genossenschaft und/oder der ehrenamtlichen Mitarbeit für den Genossenschaftsgedanken, der Erzeugung regenerativer Energien, ein (→ Mitmachen). Ebenso möchte die Energiegenossenschaft Wittgenstein gemeinsam für und mit lokalen Partnern in beiden Gemeindegebieten Erneuerbare-Energien-Projekte umsetzen.

Erste Gespräche über vielversprechende Projekte wurden bereits geführt sowie die jeweilige Umsetzbarkeit untersucht – zusätzlich zu der Unterstützung des Projektes NaBiWo (Nahwärmenetz Birkelbach und Womelsdorf). Denn es gibt noch große Potentiale, bspw. weitere Photovoltaik-Anlagen auf Wittgensteiner Dächern zu installieren. Das ehrenamtliche Team freut sich auf diese neuen Möglichkeiten, die Energiewende und die lokale Wertschöpfung zu fördern. Das Ziel ist, dass der Bürger die Energieversorgung und -verteilung selbst in die Hand nehmen – umweltfreundlich und nachhaltig: Ohne Atommüll, klimaschädliche CO2-Emissionen oder Energiemonopole.

Dabei sind alle Arten von Erneuerbaren-Energien für die einzige Wittgensteiner Bürgerenergiegesellschaft interessant. Mit bisher drei umgesetzten Photovoltaik-Anlagen konnte die Energiegenossenschaft Wittgenstein 2016 über 100.000 Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Im Jahr 2017 wird die neue dritte Anlage jedoch erstmals vollständig zur Bilanz beitragen. Aufgrund ihrer guten Umsetzbarkeit, dem geringen wirtschaftlichen Risiko und der einfachen Technik ist die Nutzung von Sonnenenergie wichtigster Bestandteil der bisherigen Aktivitäten.

Entgegen mancher Erwartung bieten sich Photovoltaik-Anlagen aus mehreren Gründen zurzeit an: Die Preise für Photovoltaik-Module werden weiterhin kontinuierlich günstiger – bei konstanter Einspeisevergütung. Außerdem wird durch steigende Strompreise  der Selbstverbrauch des Stromes attraktiver. Verschiedene Betreibermodelle bietet die Energiegenossenschaft an: Eine Verpachtung zur Selbstnutzung des erzeugten Stromes oder der Verkauf des günstigen Stromes an den Gebäudeinhaber sowie einmalige oder jährliche Pachten – mit oder ohne Übernahme der Anlage nach Auslaufen der EEG-Vergütung.

Mit dem neuen Namen konnte das einstimmige Votum unserer Mitglieder auf der Generalversammlung 2016 umgesetzt werden. Inzwischen wurde auch die Webseite auf die neue Adresse www.energiegenossenschaft-wittgenstein.de sowie ein Großteil der Dokumente umgestellt. Die Umbenennung war nicht leicht zu bekommen: Die Überzeugung des Amtsgerichts Siegen erforderte einige Mühen, rechtswissenschaftliche Ausarbeitungen und eine große Portion Geduld. Zusammen mit einer formalen Satzungsänderung ist der neue Name in das Genossenschaftsregister eingetragen worden.

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Energiegenossenschaft bei Elektroauto-Sammelkauf von Renault ZOE dabei: Ein Viertel günstiger

Mit den BürgerwLogo der Bürgerwerkeerken als neuer Verbundpartner kann die Energiegenossenschaft Bad Laasphe ihren Mitgliedern jetzt limitiert vergünstigste Elektroautos anbieten. Über einen Sammelkauf können die Fahrzeuge ein Viertel günstiger als der Listenpreis angeboten werden. Über einen süddeutschen Renault-Händler werden die vollelektrischen Fahrzeuge vom Typ ZOE durch einen Rahmenvertrag bestellt. Ab Januar 2017 ist der ZOE mit einer vergrößerten Batterie verfügbar, welche bis zu 400 km Reichweite ermöglicht. Einzige Bedingung für das Angebot ist lediglich eine Mitgliedschaft in der Energiegenossenschaft sowie ein Stromtarif bei den Bürgerwerken. Das Angebot gilt bis zum 31. Dezember 2016.

Neben der günstigen Anschaffung durch die Einkaufsgemeinschaft sind die Betriebskosten wegen dem Wegfallen vom Tanken, fehlender Motor-Verschleißteilen und einer Befreiung von der Kfz-Steuer deutlich günstiger, als bei Verbrennern. Zusammen mit dem Stromtarif der Bürgerwerke fährt man das Auto im Regelbetrieb für unter fünf Euro pro hundert Kilometern. Durch die Kombination aus Ökostrom und Elektroauto fährt man nachhaltig sauber und günstig zugleich.

Je nach Ausstattungsvariante und Batteriekapazität kosten die Fahrzeuge im Sammeleinkauf zwischen 15.500 und 19.000 Euro brutto inkl. Überführung, Erstservice und Abwicklungsgebühr mit Umweltprämie. Der Listenpreis beträgt dagegen 22.100 bzw. 26.700 Euro. Die Leasingraten liegen bei 15.000 km jährlicher Laufleistung und 36 Monaten Vertragslaufzeit zwischen 120 und 200 Euro netto. Beim Leasing ist durch die Elektroautoprämie keine Anzahlung nötig. Das Auto kann beim Händler in Sindelfingen abgeholt werden oder wird gegen Gebühr geliefert.

Interessierte Fahrer brauchen keine Angst davor haben, dass der Akku nicht durchhält. Der Stromspeicher kann entweder gekauft oder gemietet werden. Die Miete hat den Vorteil: Macht der Akku irgendwann einmal Probleme, erhält der Kunde innerhalb der Mietlaufzeit kostenlos Ersatz, da Renault eine Kapazität von 85 % gewährleistet. Die Batteriemiete ist abhängig von der Größe und jährlichen Laufleistung. Sie beträgt monatlich zwischen 59 Euro (7.500 km jährliche Laufleistung, Speicherleistung von 22 kWh) und 119 Euro (20.000 km Laufleistung, 41 kWh).

Die Bürgerwerke verstehen sich als Zusammenschluss von Bürgerenergiegesellschaften. Die 60 Mitgliedsgesellschaften repräsentieren über 10.000 Bürger, welche die Energiewende mitgestalten wollen. Die 2013 gegründete Genossenschaft hat für ihre Idee bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Grundidee ist der Vertrieb von echtem Ökostrom aus Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft der teilnehmenden Bürgerenergiegesellschaften. Der Gewinn daraus kommt den einzelnen Energiegesellschaften zu Gute, die ihre Grünstrom-Erzeugung damit steigern können und die Energiewende vor Ort umsetzen.

Gerne senden wir Ihnen auf Anfrage detaillierte Informationen zu dem Angebot zu: info@energiegenossenschaft-bad-laasphe.de. Alternativ steht auch Torsten Schwarz von den Bürgerwerken als Ansprechpartner zur Verfügung: Tel. 06221 3 928 928 oder torsten.schwarz@buergerwerke.de.

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Mehr Extremwetter in Wittgenstein und Siegeszug der Erneuerbaren Energien – ein Kommentar zum Weltklima-Gipfel

Ein Ende der Kostenreduktion von Erneuerbaren Energien ist nicht in Sicht

Ein Ende der Kostenreduktion von Erneuerbaren Energien (hier PV-Anlage auf dem Städt. Gymnasium Bad Laasphe) ist nicht in Sicht

Auf der UN-Klimakonferenz in Marrakesch wird intesiv über die weltweite Klimastrategie diskutiert. Dabei werden die Folgen des Klimawandels auch zunehmend in Wittgenstein deutlich. Kreislandwirt Lothar Menn konstatierte, dass die Zunahme der Wetterextremen zu längeren Perioden von Nässe und Trockenheit führt (Siegener Zeitung vom 8. November 2016). Es stiegen die Starkniederschläge; die Wetterstation Kahler Asten registrierte von 1955 bis 2015 fast 25 Schneetage weniger und einem Temperaturanstieg von 0,5 bis 0,8 Grad Celsius. Da scheint der Wahlerfolg des designierten US-Präsidenten Donald zur Unzeit zu kommen. Der bekannte im November 2012 auf Twitter: „Die Idee der globalen Erwärmung wurde von und für die Chinesen erfunden, um die US-Wirtschaft wettbewerbsunfähig zu machen.“

Jedoch kann selbst bei einer Ablehnung des Klimawandels nicht der weltweite Erfolg der Erneuerbaren Energien bestritten werden. Im Jahr 2015 wurden erneut Ausbaurekorde gebrochen – bei weiter fallenden Erzeugungspreisen. Es wurden täglich 500.000 Solarmodule montiert oder allein in China alle zwei Stunden eine neue Windkraftanlage installiert (iwr.de). In China wurde passend dazu auch eine fulminante Elektroautoquote beschlossen, welche bereits ab 2018 gilt. Keine Utopie in Zeiten von immer größeren Reichweiten, welche für einen Großteil der Bevölkerung völlig ausreichend sind.

Die Strahlung am havarierten Reaktor 4 von Tschernobyl ist weiterhin deutlich erhöht (2,4 µSv/h statt dem Normalwert 0,15 µSv/h)

Die Strahlung am havarierten Reaktor 4 von Tschernobyl (im Hintergrund) ist weiterhin deutlich erhöht (2,4 µSv/h statt dem Normalwert 0,15 µSv/h)

Von den Gefahren der Kernkraft erinnert dieser Tage der havarierte Reaktor von Tschernobyl: Dort wurde eine „Übergangslösung“ fertiggestellt. Das bisher größte bewegliche Landbauwerk der Menschheit soll bis die Radioaktivität für die kommenden 100 Jahre einschließen. Bisher schützt nur eine provisorische Abdichtung vor den 180 Tonnen hochradioaktiven Material. Damit wird das Problem Tschernobyl lediglich verschoben, denn für die Aufarbeitung der strahlenden Wrackteile ist bisher unmöglich. Nur mittels internationaler Hilfsgelder kann die Ukraine die Kosten von 1,5 Mrd. Euro für das Projekt aufbringen (zeit.de). Auch die extremen Kosten von Großbritanniens neuem Kernkraftwerk Hinkley Point C mahnen: Rund 11 Eurocent pro Kilowattstunde mit Inflationsausgleich für die nächsten 35 Jahre. Die Baukosten werden mit ca. 28 Mrd. Euro angegeben (telegraph.co.uk).

Bereits jetzt ist Strom aus Sonnen- und Windenergie deutlich günstiger für als das neue Kernkraftwerk nutzbar – ohne das immense Summen des Rückbaus, strahlender Müll und die Reaktorsicherheit bedacht werden müssen. Vor allem: Aller Vorurteile zum Trotz existieren bereits alle nötigen Technologien, die Energieversorgung zügig von Kern- oder Kohlekraft auf Erneuerbare Energien umzustellen. Diese tragen bspw. die Namen Power-to-Heat, intilligenter Stromverbrauch, Sektorenkopplung – ohne das eine „Dunkelflaute“ droht.

Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein

Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein (im Februar 2016 besichtigt)

Auch wenn die Politik den deutschen Bürgerenergiegesellschaften mit stetig neuen Gesetzesänderungen das Leben schwer macht, so gibt es für alle Bürgerinnen und Bürger viele Möglichkeiten sich für die Energiewende und gegen den Klimawandel einzusetzen. Wittgenstein ist für eine nachhaltige Energiepolitik prädestiniert: Entgegen mancher Vermutung lohnen sich Photovoltaik-Anlagen weiterhin, es existieren Potentiale zur Wasserkraft-Nutzung, als waldreichster Landkreis kann Biomasse zur Wärme- oder Stromerzeugung genutzt werden und der Wind weht stark, was seit Kyrill bekannt ist. Die Vorteile – lokale Wertschöpfung, den Klimaschutz, vermiedene Umweltschäden und eine nachhaltige Energieerzeugung – bieten sich an. Und sind Motivation für die Energiegenossenschaft, dort weiter aktiv zu sein.

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Besichtigung der Mühle: Saubere Wasserkraftnutzung in Wittgenstein

Das Treibgut der Eder wird schwallartig an der Turbine vorbei in den Fluss zurückgeleitet

Das Treibgut der Eder wird schwallartig an der Turbine vorbei in den Fluss zurückgeleitet

Am Samstag besichtigte die Energiegenossenschaft die alte Mühle in Womelsdorf. Dort wird die Wasserkraft wieder für eine saubere und effiziente Stromerzeugung genutzt – ohne dass dies optisch oder akustisch wahrnehmbar ist. Meist über 20 Kilowatt liefert die Anlage im Mittel – lediglich bei Trockenheit oder Hochwasser sinkt die Leistung. Mit der geplanten Sanierung des Wasserzulaufes könnten bald 34 Kilowatt erzeugt werden. Die Leistung der Mühle hängt vom Wasser ab, welches von der Eder abgelenkt wird. Zusammen mit dem Projekt NaBiWo hat Womelsdorf die Möglichkeit, ein Bioenergiedorf zu werden, indem sowohl Strom als auch Wärme regenerativ erzeugt wird. Das würde auch die beiden Iniatoren der Turbine erfreuen, Achim Wickel und Bernd Föllmer, welche mit viel Arbeit und aus Überzeugung die große Investition die Erneuerung der Turbinentechnik gewagt haben.

Kaum sichtbar ist die Turbine in der Mühle verbaut

Kaum sichtbar ist die Turbine in der Mühle verbaut

Die Effizienz der modernen Anlage zeigt sich bei folgendem Vergleich: Die alte Turbine aus den 1930er-Jahre erzeugte mit dem gleichen Wasserzulauf maximal nur 10 Kilowatt Leistung. Auch der Naturschutz hat sich deutlich verbessert: Durch einen feinen horizontalen Rechen ist der Schutz der Fische und deren Abstieg durch die Anlage gewährleistet.

Dass in dem Projekt von Achim Wickel und Bernd Föllmer sehr viel Herzblut steckt, wird bei der Besichtigung deutlich. Einen Tag vor dem Ablauf der Wasserrechte konnten diese im Februar 2013 bei der Bezirksregierung verlängert werden. Mit den Einnahmen des Stromverkaufes könnte in Zukunft auch die noch vorhandene historische Mühlentechnik wieder in Schuss gebracht werden. Die Chancen dafür stehen gut: 80 Jahre und mit wenig Wartung soll die Turbine Strom produzieren. Dabei handelte es sich um eine Einzelfertigung. Knapp 100 Tonnen spart die Turbine pro Jahr an CO2-Emissionen ein.

Die Aufarbeitung der Mühlentechnik konnte durch die Einnahmen der Wasserkraft querfinanziert werden

Die Aufarbeitung der Mühlentechnik könnte durch die Einnahmen der Wasserkraft querfinanziert werden

Im Hinblick auf zahlreiche alten Mühlen in Wittgenstein ist da großes Potential, das heimische Wasser für die saubere Stromerzeugung zu nutzen. Während beispielsweise an der Lenne zahlreiche Anlagen laufen, ist die Womelsdorfer Mühle die einzige vergleichbare Anlage im Altkreis Wittgenstein. Die Energiegenossenschaft bietet Mühlenbesitzern an, sich zusammen mit der Thematik zu beschäftigen und unterstützend aktiv zu werden. Denn sowohl mit dieser Art der Wasserkraft als auch per Entspannungsturbine im Trinkwassernetz ließen sich in Wittgenstein möglicherweise große Potentiale aus der Wasserkraft für die lokale Stromerzeugung erschließen.

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Einladung zur Mühlenbesichtigung und zur LEADER-Auftaktveranstaltung

Die Energiegenossenschaft lädt alle Mitglieder und Interessierte am Samstag, den 22. Oktober um 11 Uhr, zu einer Besichtigung der Alten Mühle in Erndtebrück-Womelsdorf ein. Vor Ort ist moderne Stromerzeugung aus Wasserkraft erlebbar: Seit diesem Jahr produziert eine neue 37 Kilowatt-Francis-Turbine sauberen Strom – rechnerisch genug für den ganzen Ort Womelsdorf. Schon 1691 wurde dort die Nutzung des Wassers dokumentiert.

Am Nachmittag des selben Tages findet die LEADER-Auftaktveranstaltung statt. Dort wird unter anderem auch der Projektantrag für das Nahwärmenetz Birkelbach-Womelsdorf vorgestellt. Alle interessierten Bürger können dort über die einzelnen Projektideen diskutieren und sich informieren. Die Veranstaltung findet ab 15 Uhr im Sonnenhof in Wingeshausen statt.

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Erster Betriebsmonat überdurchschnittlich sonnig

PV-Anlage Wabach-Sportpark

PV-Anlage Wabach-Sportpark

Die neue Photovoltaik-Anlage der Energiegenosenschaft hat einen erfolgreichen Start hingelegt. Seit dem 1. September produziert die Anlage auf dem Dach des Wabach-Sportparks regenerativen Strom und konnte dank des sonnigen Septembers in ihrem ersten Betriebsmonat über 3.000 kWh erzeugen – mit einer installierten Leistung von 34,2 Kilowatt. Trotz der Ost-West-Ausrichtung des Daches läuft die Anlage gut. Auch für den Förderverein lohnt es sich ab sofort: Durch den Selbstverbrauch des Stromes spart er etwas bei der Stromrechnung und koppelt sich vor allem von weiteren Strompreissteigerungen ab. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt der Anlage – neben einer einmaligen Pachtzahlung und der Übernahme der Anlage nach 20-jähriger Betriebszeit.

Auch die anderen Anlagen der Energiegenossenschaft Bad Laasphe haben im abgelaufenen September überdurchschnittlich viel Strom produziert. Auf dem Städtischen Gymnasium wurden 9.500 kWh und auf der ehemaligen Kläranlage Feudingen 1.140 kWh erzeugt. Der sonnige September gleicht auch das bisher etwas schlechtere Jahr 2016 aus. Nachdem 2015 ein ausgezeichnetes Sonnenjahr war, haben die langen Schlechtwetterperioden des diesjährigen Frühjahrs und Sommers sich in der Ausbeute der Anlagen niedergeschlagen.

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Größte Photovoltaik-Anlage Wittgensteins entsteht

Aufdachkonstruktion für die PV-Module

Aufdachkonstruktion für die Photovoltaik-Module

Die Montagearbeiten an der Photovoltaik-Anlage sind fast abgeschlossen

Die Montagearbeiten an der Photovoltaik-Anlage sind fast abgeschlossen

Seit Anfang August entsteht auf den Dächern der Firma Osterrath in Bad Laasphe die größte Photovoltaik-Anlage Wittgensteins. Die Anlage wird vor allem den Eigenverbrauch der Firma decken. 2180 Module ergeben eine installierte Leistung von 567 Kilowatt. Für die ausführende Firma Solaris ist es ebenso der bisher größte Auftrag in ihrer Firmengeschichte.

Die Anlage stellt für den Geschäftsführer Jan Roland Osterrath vor allem eine wirtschaftliche Investition da – vor allem in Zeiten von minimalen Guthabenzinsen. Der selbst-produzierte Strom ermöglicht es, sich von den stetigen Strompreissteigerungen abzukoppeln und den Firmenstandort zu stärken. Das Projekt zeigt auch, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit kein Widerspruch darstellen, da sich das Projekt innerhalb von 10 Jahren rentiert hat. Trotz gesunkener Einspeisevergütung lohnt die Investition in die Anlage, da auch die Preise für die Photovoltaik-Module stark gefallen sind. Bereits zuvor zeigte sich die Firma als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: Das komplette Heizungssysteme wurde von Heizöl auf Holz-Hackschnitzel umgestellt.

Die Idee entwickelte sich im vergangenen Jahr, als die Energiegenossenschaft auf der Suche nach neuen Projekten Kontakt aufgenommen hat. Die Umsetzung wurde tatkräftig vom Vorstand begleitet. Auch für weitere Projekte steht die Energiegenossenschaft gerne zur Verfügung. Sie berät unabhängig und begleitet den Planungsprozess – unabhängig vom Projektträger.

Die Freude über dieses Projekt wird angesichts der nackten Zahlen deutlich: Auf 3500 m² vorher ungenutzer Dachfläche sollen jährlich 481.000 kWh Strom produziert werden. Rechnerisch erzeugt das Unternehmen damit ein Viertel seines Stromes selber. Vor allem in der Woche wird der Strom vollends in der Firma verbraucht, wenn die Spitzenlast bis zu 500 Kilowatt beträgt. Am Wochenende wird der Überschuss größtenteils in das Stromnetz eingespeist und regional verbraucht.

Im kommenden Jahr ist am Standort eine neue 2000 m²-Halle geplant: Neuer Platz für weitere Module am größten Sonnenkraftwerk Wittgensteins.

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PV-Module in Eigenleistung für dritte Anlage installiert

Photovoltaik-Anlage am Wabach-Sportpark

Fertige Photovoltaik-Anlage am Wabach-Sportpark

Mit großem Einsatz wurden am vergangenen Samstag die Module der neuen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach verlegt. Ganztägig haben sich die Ehrenamtlichen dafür eingesetzt, die knapp 120 Module auf das Dach zu bringen und zu montieren. Nachdem in den vergangenen Wochen die Unterkonstruktion befestigt worden ist, war dies der letzte Teil der Montage. Lediglich elektrische Arbeiten sind nötig, die von der Energiegenossenschaft nicht in Eigenleistung durchgeführt werden können. Damit brummen bald die Wechselrichter der dritten Photovoltaik-Anlage, welche im April angekündigt wurde. Bis zu 34 kWpeak an sauberen Strom können ins Netz eingespeist werden.

Durch diese Eigenleistung haben sich die Investitionskosten der Anlage deutlich reduziert. Dies ist wichtig für die Wirtschaftlichkeit, da in Wittgenstein die Sonneneinstrahlung etwas geringer ist. Jedoch gehen die konservativen Prognosen von einem Ertrag von etwa 800 kWh pro installiertem Kilowatt aus trotz der flachen Dachneigung in Ost-West-Richtung.

Auch für weitere Anlagen dieser Art ist die Energiegenossenschaft offen. Am Ende gewinnt der Verein Mittel für seine gemeinnützige Zwecke, die Genossenschaft freut sich über weitere regenerativ produzierte Kilowattstunden und die Umwelt wird durch den emissionsfrei erzeugten Strom geschont. Abschließend sei den tatkräftigen Helfern vielmals gedankt, da ohne sie diese tatkräftige Leistung nicht zu durchführbar gewesen wäre.

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Nahwärmenetz gewinnt an Fahrt

Trassierung des Leitungsnetzes

Der Iniativkreis diskutiert die mögliche Trassierung der Hauptleitung auf einer Karte

Die Planungen des Iniativkreises Nahwärmenetzes Birkelbach-Womelsdorf gewinnen zunehmend an Fahrt. Nach Auswertung von den Fragebögen zum persönlichen Interesse zeigte sich, dass knapp zwei Drittel der Hausbesitzer sich einen Anschluss an das Netz vorstellen können, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmt. Von den insgesamt rund 320 Gebäuden liegen über 90 Prozent der verteilten Antwortbögen vor.

Etwa zwei Drittel der Befragten haben mit einem Ja auf die Frage geantwortet, ob sie sich vorstellen könnten, ihre Wärme über ein örtliches Nahwärmenetz zu beziehen. Einige Hausbesitzer konnten sich hingegen noch nicht entscheiden, andere wollen zu einem späteren Zeitpunkt teilnehmen, falls zum Beispiel die bestehende Heizung defekt ist. Diese Rückmeldungen seien ein großer Ansporn für die Initiative, das Projekt weiter zu verfolgen.

Aus den Erhebungsbögen für die Hausbesitzer wird nun der persönliche Heizbedarf der einzelnen Haushalte ermittelt. Dies ist sehr wichtig für die Dimensionierung der Rohrleitungen und der Holzhackschnitzel-Brennkessel. Des Weiteren wird zurzeit eine Trassierung geplant, welche die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt sowie die Länge des Netzes optimiert. Vor allem ist die enge Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümern wichtig.

Durch diese beiden ehrenamtliche Tätigkeiten hofft die Iniative, die Kosten für eine anschließend durchzuführende Machbarkeitsstudie deutlich zu reduzieren. Mit den daraus resultierenden Ergebnissen stehen den Bürgerinnen und Bürgern damit konkrete Kennzahlen zur Verfügung. Die Energiegenossenschaft unterstützt die Iniative NaBiWo bei den Planungen.

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Generalversammlung einstimmig für Erweiterung auf ganz Wittgenstein

Generalversammlung 2016

Der ehrenamtliche Vorstand berichtet auf der Generalversammlung 2016 über seine Tätigkeit im vergangenen Jahr

25 Mitglieder besuchten vergangene Mittwoch die Generalversammlung der Energiegenossenschaft Bad Laasphe im Wabach-Sportpark. Zuerst berichtete der ehrenamtliche Vorstand über seine Aktivitäten im vergangenen Jahr. Insgesamt traf er sich 16 Mal um über neue Projekte und den Geschäftsbetrieb zu beraten. Dabei ist die Geschäftsentwicklung positiv, auch wenn sich die Genossenschaft noch in der Gründungsphase befindet und deswegen noch keine Dividende ausschüttet.

2015 wurden über 100.000 kWh emissionsfreier Strom erzeugt, dies ist eine Steigerung von knapp 30 % gegenüber dem Vorjahr. Unter anderem die Optimierungen der 100 kWp-Anlage auf dem Städtischen Gymnasium machten sich im besseren Ertrag bezahlt. Ziel ist jedoch weiter zu wachsen; auch um die hohen Fixkosten auf weitere Projekte verteilen zu können und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Viele Versuche wurden letztes Jahr unternommen, um neue Dachflächen zu akquirieren, so berichtet der Vorstand, jedoch können aufgrund der geringen Einspeisevergütungen nicht mehr die hohen Pachten aus der Anfangszeit der Phovoltaik vergütet werden.

Jedoch ist es dem Vorstand gelungen, ein eigenes Projekt auf dem Dach des Sportheimes Bad Laasphe mit 34 Kilowatt zu starten sowie die Installation von gigantischen 500 Kilowatt Photovoltaik für die Firma Osterrath in Saßmannshausen anzustoßen und die Projektentwicklung maßgeblich zu gestalten. Dort wird die größte PV-Anlage Wittgensteins entstehen, welche vor allem den Eigenverbrauch der Firma deckt.

Für die Zukunft stehen vor allem weitere Photovoltaik-Projekte an; ferner ist die Energiegenossenschaft an der frühen Planungsphase des Nahwärmenetzes Birkelbach-Womelsdorf (NaBiWo.de) beteiligt. Auch andere Ideen werden zurzeit auf Umsetzbarkeit geprüft.

Als Aufsichtsratvorsitzer wurde Uli Krüger aus Amtshausen einstimmig für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Neben einer formalen Satzungsänderung präsentierte der Vorstand den Vorschlag, die Aktivitäten auf ganz Wittgenstein auszudehnen und passend dazu den Namen in „Energiegenossenschaft Wittgenstein eG“ zu ändern. So möchte er weitere Projektideen in Erndtebrück und Bad Berleburg anzustoßen sowie zusätzliche Mitglieder gewinnen. Dieser Vorschlag wurde mit Begeisterung einstimming angenommen. Denn im Hinblick auf das Projekt NaBiWo ist die Genossenschaft bereits in Birkelbach und Womelsdorf an einer spannenden Projektidee aktiv.

Zum Abschluss referierte Uwe Kühn, Vorstand der Energiegenossenschaft Sonnenland, über die Möglichkeiten von Genossenschaft für die Zukunft anhand seiner Tätigkeit. Die Entwicklung der Sonnenland eG war beeindruckend; Uli Krüger hob abschließend Kühns Begeisterung für die Sonne heraus und betonte, dass dies „ein Ansporn für uns ist, weiterzumachen“, auch wenn das Wittgensteiner Wetter nicht soviel Sonne wie in Gießen hergibt.

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